Da ist es also nun, das erste (und hoffentlich) letzte Gipsbein, dass in vier Wochen in einer großen Erinnerungskiste im Keller verschwindet. Das war er also nun, dieser stechende Schmerz, den ich fühlte, weil ich mein Kind leiden sah, wie ich es zuvor noch nie gesehen habe. Das sind sie also nun, ein paar Sorgenfalten mehr. Da ist sie, die Erfahrung um die wir nun reicher sind. Der Moment, den  wir uns nie wünschten, aber letztendlich dennoch packten. Zusammen. Hand in Hand. Mit meinem Kind um meinem Mann. 

Ja, ein gebrochener Knochen tut weh. Und ja, es tut weh, sein Kind leiden zu sehen. Es ist furchtbar zu wissen, dass man in dem Moment rein gar nichts gegen den Schmerz tun kann. Man fühlt sich hilflos. Aber dennoch: bin ich dankbar und glücklich. Ich bin so unfassbar dankbar, dass der Anblick meines Kindes im Rollstuhl nicht von Dauer ist, dass mein Kind in fünf bis sechs Wochen wieder unbeschwert durch's Leben hüpfen kann. Wir sind so dermassen privilegiert, gesund zu sein. Gesunde Kinder beim wachsen zusehen zu dürfen.

Immer wieder gebannt von der Welt, wie sie da draussen gerade passiert, ist es schön einfach im Hier und Jetzt zu sein. Zu fühlen, wie gut es uns geht. Und wenn es ein Gipsbein dazu braucht, sich wieder auf das Wichtige zu besinnen, nehmen wir diese Herausforderung an. Versuchen und schaffen es. Und stellen völlig wachgerüttelt fest: Wir sind glücklich, gesund und leben im Frieden. Und schon nimmt der Gipsfuß ganz schnell eine Nebenrolle ein.



du bist der Anfang,

du bist das licht.
Die Wahrheit scheint in dein Gesicht.
Du bist ein Helfer,
Du bist ein Freund.
Ich hab so oft von dir geträumt.
Du bist der Anlass,
Du bist der Grund.
Du machst die kranken wieder gesund.
Du musst nur lächeln,
und sagst dein Wort.
Denn Kindermund,
tut Wahrheit kund.

Bitte hör nicht auf zu träumen,
von einer besseren Welt.
Fangen wir an aufzuräumen,
bau sie auf wie sie dir gefällt.

Xavier Naidoo