Mutter-Liebe wird beschrieben als ein Gefühl, das nicht zu bändigen ist. Das so stark ist, das es wohl das stärkste Empfinden auf Erden ist. Mutter-Liebe muss nicht wachsen, Mutter-Liebe ist da - von einer Sekunde zur anderen. Kommt und bleibt. Und egal welch Wirbelsturm durch's Leben fegt, die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist mit nichts umzupusten. Ja, es ist ein schönes Gefühl und ich dachte bislang immer, dass nichts und niemand dieses Empfinden überbieten kann. Bis ich im Bett lag, zum dritten mal in nur einem Monat: krank und verzweifelt. 

Ich war unendlich müde, konnte die Augen nur schwer offen halten. Mir tat jeder einzelne Millimeter meines Körpers weh. Und da waren sie: zwei kleine klebrige Hände, sie rochen nach Erdbeer-Marmelade-Brot. Die eine - etwas kleinere Hand - versuchte zärtlich zu streicheln, fühlte sich aber mehr nach einem leichten Patschen an. Die andere, größere Hand war unheimlich zärtlich. Meine Augen blieben zu, ich konnte nur fühlen. Ich spürte, wie die größere Hand immer wieder die kleinere Hand zurecht wies und versuchte ihr zu zeigen, wie man ganz leicht über meine Wangen streicht. Ich glaube, ich musste lächeln denn ich hörte, wie gequiekt wurde vor Freude, dass ich endlich munter sei. Nur meine Augen waren weiterhin so schwer. Ich hörte ein "Pssssschhhhhhttt, Mama schläft, Mama ist krank". Ich fühlte einen so unheimlich zärtlichen Kuss auf meine Wangen, einen auf mein Auge, einen auf meine Nase. Die Decke wurde mir bis über die Ohren gezogen. Dann das Geräusch eines Reiswaffel knabbernden Tim's gepaart mit einem unglaublich lauten Schmatz auf meine Wange. Auf mein Auge. Autsch. Und auf die Nase. Nochmal Autsch. "Komm Tim, wir gehen. Mama muss schlafen." und die Türe ging vorsichtig zu. 

Die Liebe eines Kindes für seine Mama. Ein Gefühl, das nicht zu bändigen ist. Das so stark ist, das es wohl das stärkste Empfinden auf Erden ist. Auch dieses Gefühl muss nicht wachsen. Auch dieses Gefühl ist da - von einer Sekunde zur anderen. Kommt und bleibt.